Steuerliche Auswirkungen

Neben der Erfassung der laufenden Kosten bei der Erstellung der Einnahme-Überschussrechnung (EÜR) ist insbesondere die Abschreibung für die Gewinnermittlung von Bedeutung. Die Herstellungskosten der Photovoltaikanlage sind hierbei über den Nutzungszeitraum von 20 Jahren abzuschreiben.

Grundsätzlich werden Aufdach-Anlagen im Steuerrecht als bewegliche Wirtschaftsgüter bewertet.

Für Photovoltaikanlagen stehen seit 2011 grundsätzlich 3 Abschreibungsvarianten (zum Teil nebeneinander) zur Disposition. Dabei ist die Kombination der linearen bzw. degressisven AfA mit einer oder beiden anderen Abschreibungsmöglichkeiten gestattet.

Die Abschreibungen im Einzelnen:

Lineare Abschreibung

Bei der linearen Abschreibungsmethode (AfA) werden die Herstellungskosten (Netto) der Photovoltaikanlage in gleichmäßigen Beträgen in der EÜR angegeben. Die lineare Abschreibung ist zeitanteilig für das Jahr der Inbetriebnahme der PV-Anlage anzusetzen. Der jeweilige Monat wird voll gerechnet (z. B. Dezember 1/12 der sich ergebenden linearen Abschreibung). Die fehlenden Restmonate aus dem ersten Jahr der Abschreibung werden im 21. Jahr verrechnet. Im Beispiel im 21. Jahr (11/12) der rechnerischen linearen AfA.

Investitionsabzugsbetrag

Der Investitionsabzugsbetrag im Zusammenhang mit der Anschaffung einer Photovoltaikanlage ermöglicht es Kleinunternehmen außerbilanziell maximal 40% der geplanten Investition abzusetzen.

Mit dem Konjunktur-Förderprogramm II wurden für Einnahmen-Überschuß-Rechner die Größenmerkmale für Kleinunternehmer auf € 200.000,- Gewinn angehoben. Es kann maximal ein IAB von € 200.000,- gebildet werden. Die Regelung ist zunächst bis 31.12.2010 begrenzt.

Der Investitionsabzug wird einmalig durchgeführt und mindert die Berechnungsgrundlage der linearen Abschreibung. Die lineare Abschreibung basiert auf dem sich nach Verrechnung des Investitionsabzugsbetrags ergebenden Wertes.

Sonderabschreibung

Die Sonderabschreibung nach §7g Abs. 1 EStG erlaubt es Existenzgründern, im Jahr der Erstellung der Photovoltaikanlage und in den folgenden 4 Jahren insgesamt 20% der Herstellungskosten abzusetzen. Die Verteilung der 20% kann in diesem Zeitraum beliebig gewählt werden und erfolgt parallel zur linearen Abschreibung. Eine jahresanteilige Aufteilung der Sonderabschreibung findet nicht statt. Somit können auch im Dezember eines Jahres maximal die vollen 20% Sonderabschreibung genutzt werden.

Voraussetzung der Sonderabschreibung nach §7g Abs. 1 ESt:

  • Bestehender Gewerbebetrieb (Gründung durch Anzeige gegenüber dem Finanzamt)
  • Anlagevermögen am Ende des Wirtschaftsjahres < € 204.517,-
  • Anlagegut verbleibt ein Jahr im Betrieb
  • Anlage wird ausschließlich betrieblich genutzt

Eine hohe Abschreibung führt in der Regel zu einem steuerlichen Verlust, der mit den Einnahmen des Anlagenbetreibers aus anderen Einkommensquellen verrechnet werden kann.

Da wir keine Steuer- und Rechtsberatung durchführen dürfen, arbeiten wir gerne mit Ihrem Steuerberater zusammen und erstellen Ihnen ein maßgeschneidertes Angebot.

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